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Bill Clinton
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William Jefferson âBillâ Clinton (* 19. August 1946 in Hope, Arkansas als William Jefferson Blythe III) ist ein US-amerikanischer Politiker der Demokratischen Partei und Autor. Von 1993 bis 2001 war er der 42. Präsident der Vereinigten Staaten. Zuvor war er Gouverneur von Arkansas.
Seit 1975 ist er mit Hillary Clinton verheiratet, der demokratischen Kandidatin fßr die US-Präsidentschaftswahl 2016. Gemeinsam haben sie eine Tochter, Chelsea Clinton.
Contents
⢠Leben
⢠Kindheit
⢠Ausbildung
⢠Präsidentschaft
⢠Schriften
⢠Literatur
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Leben
Kindheit
Clintons leiblicher Vater William Jefferson Blythe Jr. (1918â1946) war Geschäftsreisender und starb drei Monate vor Bills Geburt bei einem Verkehrsunfall. Seine Mutter Virginia Dell Cassidy (1923â1994) erlernte in New Orleans einen Pflegeberuf und lieĂ ihren Sohn bei den GroĂeltern Eldridge und Edith Cassidy zurĂźck, die in Hope eine Gemischtwarenhandlung betrieben und ein Wohnhaus (heutige President William Jefferson Clinton Birthplace Home National Historic Site, seit 1997 Museum und seit 2010 eine National Historic Site (âNationale historische Stätteâ)) besaĂen. 1950 kehrte Bills Mutter aus New Orleans zurĂźck und heiratete kurz darauf Roger Clinton, der gemeinsam mit seinem Bruder in Hot Springs ein Autohaus fĂźhrte; die Familie zog 1950 nach Hot Springs um. Mit 14 Jahren nahm Clinton, der bis dahin offiziell noch Bill Blythe geheiĂen hatte, den Namen seines Stiefvaters an, obwohl sich seine Mutter kurz zuvor von diesem hatte scheiden lassen.cite-ref-1[1] In seiner Autobiografie schrieb Clinton 2004, sein Stiefvater sei Spieler und Alkoholiker gewesen und habe seine Mutter regelmäĂig geschlagen und seinen Halbbruder Roger Clinton (* 1956) gelegentlich misshandelt. Im gleichen Buch äuĂert Clinton aber auch Dankbarkeit: Sein Stiefvater und dessen vermĂśgender Bruder gaben Geld fĂźr sein Studium an einer guten Universität und seine ersten Wahlkämpfe in der Politik aus.cite-ref-my-life-2-0[2]
Auf der Junior High war Clinton unter den MitschĂźlern populär. Er wurde von ihnen in einige Ămter gewählt, unter anderem als Repräsentant fĂźr die Schule in das Sommerprogramm der Amerikanischen Legion (American Legion Boys State). Dort nahm er an politischen Planspielen teil, die eine modellhafte RegierungsfĂźhrung zum Inhalt hatten. Im Debattieren und politischen ManĂśvrieren stellte er sich geschickt an, so dass er als einer von zwei âSenatorenâ fĂźr Arkansas an der Nationalversammlung (Boys Nation) an der University of Maryland teilnehmen durfte. Auf Besuch in Washington, D.C. wurde er dem Senator von Arkansas J. William Fulbright vorgestellt. HĂśhepunkt war die Einladung in das WeiĂe Haus, wo er im Rosengarten Präsident John F. Kennedy die Hand schĂźtteln durfte. Das Foto vom Handschlag zwischen den beiden erlangte später BerĂźhmtheit.cite-ref-3[3]
Ausbildung
Clinton erwarb 1968 nach drei Studienjahren einen College-Abschluss an der Georgetown University in international affairs als Wirtschaftswissenschaftler. Während der letzten beiden Studienjahre arbeitete er halbtags fĂźr einen demokratischen Abgeordneten und Kongress-Ausschussvorsitzenden aus Fayetteville in seinem Heimatstaat Arkansas. Er bewarb sich anschlieĂend um ein Rhodes-Stipendium, gewann gemeinsam mit anderen den Wettbewerb und ging damit fĂźr zwei Jahre an die University of Oxford nach England, wo er mehrfach die Studienrichtung wechselte. Von dort aus bereiste er Frankreich, die Bundesrepublik Deutschland, die Sowjetunion und einige andere Staaten.
Nach seiner Rßckkehr in die USA begann er eine Tätigkeit in einer Bßrgerrechtsbewegung, die sich fßr ein Ende des Vietnamkriegs einsetzte. Im Jahr 1973 erwarb er nach drei Studienjahren seinen Abschluss in Rechtswissenschaften an der Ivy-League-Universität Yale, wo er auch seine spätere Frau Hillary kennenlernte. Auch während seiner Studien in Yale war er politisch aktiv und arbeitete an Wahlkämpfen zugunsten verschiedener demokratischer Politiker mit. Nach dem Abschluss als Juris Doctor (J.D.) trat er eine Stelle als Jura-Assistenzprofessor an der University of Arkansas an. Nach drei Monaten an seiner ersten Arbeitsstelle begann er mit den Vorbereitungen fßr seinen Wahlkampf fßr das Amt des Generalstaatsanwaltes von Arkansas.cite-ref-4[4] Clinton begann damit seine Karriere in der Politik, fßr die er sich schon als Jugendlicher im Sommerprogramm der American Legion begeistert hatte.
Militärdienst und Vietnamkrieg
Politische Gegner warfen ihm später oft vor, mit seinen Studien in England und Yale seine Einberufung zum Kriegsdienst in Vietnam vermieden zu haben. In seiner Autobiografie beschreibt er, dass auch er als Student ein Aufgebot zum Wehrdienst zugestellt bekam. Zunächst durften die Studenten das Semester zu Ende fĂźhren, später wurde die Regel dahingehend geändert, dass sie das Studienjahr abschlieĂen durften. Clinton schreibt in seiner Autobiografie an mehreren Stellen, er habe Gewissensbisse gehabt: Einerseits war er aktiver Gegner des Vietnamkriegs, andererseits habe er â wie einige seiner Studienkollegen â auch seinen Dienst leisten wollen. Clinton schloss sich nach seiner RĂźckkehr aus England fĂźr kurze Zeit dem Reserve Officer Training Corps (ROTC) an. Diese Ausbildung dauerte damals mehrere Jahre und die Absolventen mussten erst nach Abschluss ihrer Offiziersausbildung den militärischen Dienst antreten. Später wurde ihm vorgeworfen, er habe damit den Antritt seines Wehrdienstes hinauszuzĂśgern versucht. In der Zwischenzeit nahm der Bedarf an Soldaten fĂźr Vietnam ab und mehrere demokratische Politiker setzten sich fĂźr einen Aufschub der mĂśglichen Einberufung Clintons nach Vietnam ein. Clinton lässt in seiner Autobiografie offen, was mit seinem Aufgebot geschah und ob es annulliert wurde.
Politische Karriere in Arkansas
Bei der Wahl am 5. November 1974 kandidierte Clinton fĂźr einen Sitz im Repräsentantenhaus. Die Art seines Wahlkampfes und die knappe Niederlage (Clinton erhielt 48 %, der Amtsinhaber John Paul Hammerschmidt 52 % der Stimmen) in dem traditionell republikanischen Wahlbezirk brachten ihm in der Presse die Bezeichnung âBoy Wonderâ (Wunderknabe) ein. Im Jahr 1976 gewann Clinton fĂźr die Demokraten die Wahl zum Generalstaatsanwalt (Attorney General) von Arkansas; dabei traten erstmals keine republikanischen Gegner an. Ebenfalls 1976 wirkte er maĂgeblich am Präsidentschaftswahlkampf von Jimmy Carter mit. Am 7. November 1978 wurde er zum neuen Gouverneur von Arkansas gewählt. Nach dem Ende seiner ersten Amtszeit wurde er nicht wiedergewählt; er unterlag bei der Wahl am 4. November 1980 dem Republikaner Frank D. White. In seiner ersten Amtszeit fĂśrderte er die Finanzierung des Ausbaus der StraĂen in Arkansas durch signifikante Anhebung der Kraftfahrzeugsteuer fĂźr (die meist älteren) Autos aus den hĂśheren Gewichtsklassen. Die Bildung an Schulen wurde vorangetrieben, die Gehälter der Lehrer wurden erhĂśht und die mittelständischen Betriebe gefĂśrdert. Der Bundesstaat litt in seiner Amtszeit unter einer wirtschaftlichen Depression und einigen Naturkatastrophen. Ein Hauptgrund fĂźr seine Abwahl im Jahr 1980 war aber die ErhĂśhung der Kraftfahrzeugsteuer, die ihm viele Kfz-Besitzer verĂźbelten.
1981 wurde er Mitglied einer renommierten Anwaltsfirma in Little Rock. Kurze Zeit darauf fanden sich wieder einige seiner Anhänger zusammen und garantierten ihm stattliche Wahlkampfspenden, sodass er mit den Vorbereitungen auf die kommende Wahl beginnen konnte. Am 2. November 1982 trat er erneut als Kandidat bei der Gouverneurswahl an, die er auch gewann. Nach seinen erfolgreichen Wiederwahlen blieb er bis zum 12. Dezember 1992 im Amt. In den Jahren zwischen 1983 und 1992 setzte er, gegen teils enorme Widerstände der Lehrerschaft, eine Schulreform in Arkansas durch, die als Vorbild fĂźr viele andere US-amerikanische Bundesstaaten Beachtung fand. Das Wirtschaftswachstum wurde gefĂśrdert und neue ethische Standards, insbesondere auch im Hinblick auf die Gleichstellung von schwarzer und weiĂer BevĂślkerung, wurden festgelegt. Eine Verfassungsänderung in Arkansas verlängerte 1986 die Amtszeiten der Gouverneure von zwei auf vier Jahre. Bill Clinton war Mitglied zahlreicher Gouverneursvereinigungen und anderer länderĂźbergreifender Kommissionen. Im Dezember 1992 trat er von seinem Amt zurĂźck, um sich auf sein Amt als US-Präsident vorzubereiten. Am 3. November 1992 hatte er die Präsidentschaftswahl gewonnen. Clinton ist der Gouverneur von Arkansas mit der zweitlängsten Amtszeit; nur Orval Faubus hatte dieses Amt länger inne.
Während seiner Zeit als Gouverneur in den 1980er Jahren war Arkansas das Zentrum einer Drogenschmuggeloperation Ăźber den Flughafen Mena. Der CIA-Agent Barry Seal soll Ăźber den Flughafen Kokain im Wert von drei bis fĂźnf Milliarden Dollar eingefĂźhrt haben, wobei die Operation mit der Iran-Contra-Affäre in Verbindung gebracht wurde.cite-ref-5[5] Gouverneur Clinton wurde vorgeworfen von dieser Operation gewusst zu haben, auch wenn ihm nichts nachgewiesen werden konnte.cite-ref-6[6]cite-ref-7[7] Der Journalist Sam Smith aus Arkansas warf ihm sogar vor, von dem Drogenhandel in seinem Heimatstaat finanziell profitiert und Gelder Ăźber Mittelsmänner gewaschen zu haben.cite-ref-8[8] Clinton selbst soll als Gouverneur Kokain konsumiert haben und sein Halbbruder Roger wurde 1985 wegen Besitz und Schmuggel von Kokain zu einer Haftstrafe verurteilt, jedoch von seinem Bruder später begnadigt.cite-ref-9[9] In seiner Zeit in Arkansas kam es auch zu weiteren Skandalen wie der Whitewater-Affäre um Immobiliengeschäfte der Clintons und Bill Clinton wurde bereits in Arkansas schweres sexuelle Fehlverhalten vorgeworfen, einschlieĂlich der Anschuldigung die Arkansas State Police genutzt zu haben, um sich Zugang zu Frauen zu verschaffen (Troopergate-Affäre).
Präsidentschaft
Wahlkampf
1988 war Clinton erstmals als mĂśglicher Präsidentschaftskandidat im Gespräch, nachdem von den beiden vermeintlich chancenreichsten demokratischen Bewerbern der eine, Mario Cuomo, nicht angetreten war und der andere, Gary Hart, frĂźh â wegen eines Sexskandals â hatte aufgeben mĂźssen.cite-ref-10[10] Clinton entschied sich zwar nach einer längeren Ăberlegungsphase gegen eine Kandidatur, hielt aber am Demokratischen Parteitag eine UnterstĂźtzungsrede fĂźr den nominierten Kandidaten Michael Dukakis, die jedoch nach Meinung vieler Delegierter zu lang ausfiel und teilweise mit âAufhĂśren!â-Rufen quittiert wurde. Clinton sah sich in der Folge bissigen Zeitungskommentaren und dem Spott diverser Late-Night-Showmaster ausgesetzt. Er lieĂ sich daraufhin in einige Shows einladen und brachte dort durch die Art seines Auftretens (unter anderem präsentierte er sich als Saxophonspieler) das Publikum auf seine Seite; der drohende Imageschaden trat nicht ein. Stattdessen wuchsen seine Popularität und sein Bekanntheitsgrad.
1991 beschloss Clinton, im Jahr darauf selbst fĂźr die Präsidentschaft zu kandidieren. Bald lag er sowohl in den Meinungsumfragen als auch nach HĂśhe der gesammelten Wahlkampfspenden klar an der Spitze des demokratischen Kandidatenfeldes. Kurz vor der ersten Vorwahl in New Hampshire geriet sein Wahlkampf in eine ernste Krise; Ursache dafĂźr waren EnthĂźllungen Ăźber ein angebliches Verhältnis zu einer Nachtklubsängerin sowie VorwĂźrfe, er habe als Student illegale Drogen konsumiert und sich während des Vietnamkriegs vor der Einberufung zum Militär gedrĂźckt. Clinton reagierte auf die Anschuldigungen in einem landesweit ausgestrahlten TV-Interview, in dem er, mit Gattin Hillary an seiner Seite, âProbleme in der Eheâ zugab, die konkrete Affäre jedoch bestritt. Auch den Konsum von Marihuana räumte er ein, betonte jedoch, ânicht inhaliertâ zu haben. Die Nichteinberufung zum Militär fĂźhrte er auf GlĂźck bei der Auslosung der Stellungspflichtigen (siehe Wehrpflicht in den Vereinigten Staaten) und sein Studium zurĂźck. Obwohl fĂźr die Presse damit bei weitem nicht alle Fragen geklärt waren und er von vielen Journalisten als âSlick Willieâ (aalglatter Willie) bezeichnet wurde, gelang es ihm, bei der Vorwahl in New Hampshire einen respektablen zweiten Platz zu belegen, wodurch seine Kandidatur gerettet war und er sich noch am Wahlabend zum âComeback Kidâ erklären konnte. In der Folge entschied er alle wichtigen Vorwahlen fĂźr sich; so war schon lange vor dem demokratischen Parteitag seine Nominierung sicher.
Während des eigentlichen Präsidentschaftswahlkampfes im Herbst lag er nicht zuletzt wegen seiner erfolgreichen AnknĂźpfung an den historischen Mythos des frĂźheren Präsidenten John F. Kennedy â mit dem er anfangs oft verglichen wurde â in Umfragen von Beginn an mit deutlichem Vorsprung in FĂźhrung. Clinton fĂźhrte den Wahlkampf unter dem Motto âPutting people firstâ und wählte das Lied Donât Stop von der Gruppe Fleetwood Mac zu seiner Wahlkampfhymne. Der Text des Liedes unterstrich fĂźr ihn sein Anliegen, BrĂźcken zwischen den Menschen und ins nächste Jahrtausend zu bauen. Ebenfalls zu Clintons Wahlsieg beigetragen hatte George Bushs gebrochenes Wahlversprechen âRead my lips: no new taxesâ.
Bei der Präsidentschaftswahl am 3. November 1992 gewann Clinton mit 43 % vor dem amtierenden Präsidenten George Bush (38 %) und dem unabhängigen Kandidaten Ross Perot (19 %). Er zog daraufhin, nach einem vorhergehenden PräsidentschaftsĂźbergang, am 20. Januar 1993 als 42. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika ins WeiĂe Haus ein. Vizepräsident wurde Al Gore, der zuvor Senator fĂźr Tennessee war.
Clintons Wahlkampfmanager war Stan Greenberg. Das Wahlkampfteam nannte seine Kampagne-Zentrale âwar roomâ; dieser Begriff wurde durch Medienberichte und den Dokumentarfilm The War Room bekannt.
Siehe auch
:
Kabinett Clinton
Erste Amtszeit 1993â1997
Clintons Präsidentschaft fiel in die Zeit der âgoldenen 1990erâ, der Jahre zwischen dem Fall der Mauer (November 1989) und dem 11. September 2001. Sie war geprägt durch den Zerfall des Sozialismus (Zerfall der Sowjetunion und des Warschauer Paktes) und einem weltweiten Aufschwung in den Bereichen Frieden, Demokratie und Ăkonomie. Als Präsident wandte er sich mehr innenpolitischen Fragen zu und betrieb eine eher zurĂźckhaltende AuĂenpolitik. Clinton gehĂśrt dem FlĂźgel der New Democrats (Neuen Demokraten) an, die politisch als Mitte seiner Partei zwischen der fĂźr demokratische Verhältnisse eher konservativen Blue Dog Coalition und dem liberal-progressiven Congressional Progressive Caucus gilt.
Innenpolitik
Innenpolitisch waren Clintons vorrangigste Ziele während seiner Amtszeit die Einfßhrung einer allgemeinen Krankenversicherung zur Beseitigung der Probleme im US-Gesundheitssystem und die Bekämpfung von Drogenmissbrauch, Waffengewalt und Armut in den USA. Als AngehÜriger der Woodstock-Generation setzte er sich fßr eine Demokratisierung in sozialen und kulturellen Fragen ein, etwa durch sein Engagement gegen AIDS, gegen Rassenhass und fßr die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften.
Vor allem aber hatte sich Clinton der Aufgabe verschrieben, die von seinen Amtsvorgängern Ronald Reagan und George Bush hinterlassene hÜchste Staatsverschuldung in der Geschichte der USA sowie jährliche Haushaltsdefizite von ßber 200 Milliarden Dollar abzubauen. Dies gelang mit der Verabschiedung des Omnibus Budget Reconciliation Act of 1993, mit dem unter anderem der Spitzensteuersatz der Einkommensteuer von 31 % auf 39,6 % erhÜht wurde.
1996 fßhrte Clinton eine Sozialhilfereform durch, welche die Inanspruchnahme von Sozialhilfe auf fßnf Jahre im gesamten Leben begrenzte.cite-ref-11[11] Clinton lobte dazu das Buch Losing Ground des libertären Politologen Charles Murray, welches sich gegen den Sozialstaat wandte.cite-ref-thenatio-90-12-0[12]
AuĂenpolitik
Durch Vermittlung Clintons kam im Jahr 1994 das Budapester Memorandum, durch das alle in der Ukraine stationierten Atomwaffen an Russland Ăźbergeben wurden und dieses der Ukraine dafĂźr Sicherheitsgarantien zusprach, zustande. Clinton erklärte im Jahr 2023, dass er sich vor dem Hintergrund, dass Russland durch den Angriff auf die Ukraine das Memorandum verletzte, âmitverantwortlichâ fĂźhle, dass es zu dem Krieg gekommen sei: âKeiner glaubt, dass Russland diesen Stunt vollfĂźhrt hätte, wenn die Ukraine noch ihre Waffen hätte...Ich fĂźhle mich mitverantwortlich, weil ich sie davon Ăźberzeugt habe, ihre Atomwaffen aufzugeben.âcite-ref-13[13]
Im Nahostkonflikt versuchte Clinton, zwischen Jassir Arafat und Ehud Barak zu vermitteln. Am 26. Oktober 1994 unterzeichnete er mit KÜnig Hussein von Jordanien und dem israelischen Ministerpräsidenten Jitzchak Rabin den israelisch-jordanischen Friedensvertrag.
Zudem bemĂźhte Clinton sich um die AussĂśhnung der USA mit der Volksrepublik China (China trat 2001 der WTO bei), die Demokratisierung Russlands und die Beseitigung der politischen Folgen des Kalten Krieges. Insbesondere die Beziehungen der USA zu Deutschland, das er oft bereiste und zu dem er auch weiterhin privat gute Kontakte hat, intensivierte er.
Beim UNO-gefßhrten Einsatz in Somalia zog Clinton alle US-Truppen ab, als in den Medien Bilder von geschundenen und getÜteten US-Soldaten gezeigt wurden. Der Terroristenfßhrer Osama bin Laden behauptete später, dieses Verhalten Clintons sei fßr ihn ein Schlßsselerlebnis gewesen, das ihn gelehrt habe, wie man westliche Gesellschaften besiegen kÜnne.
Clinton schritt 1994 nicht energisch gegen den VĂślkermord in Ruanda ein. 2005 sagte Clinton dazu: âWas habe ich falsch gemacht? Dass wir nicht in Ruanda einmarschiert sind. Das ist damals innerhalb von 90 Tagen geschehen, dieser VĂślkermord. Ich weiĂ, dass ich nur ganz schwer die Zustimmung des Kongresses erhalten hätte. Aber ich hätte es versuchen sollen. Ich hätte Leben retten kĂśnnen. Das war ganz sicher das schwerste Versäumnis meines Lebens. Ich werde das nie Ăźberwinden.â
Zweite Amtszeit 1997â2001
Die Präsidentschaftswahl 1996 gewann Clinton mit 49 % der Stimmen klar gegen seinen republikanischen Herausforderer Bob Dole (41 %) sowie den unabhängigen Kandidaten Ross Perot (8 %) und wurde somit im Amt bestätigt. Er sicherte sich 379 der 538 Wahlmänner im Electoral College und wurde am 20. Januar 1997 zum zweiten Mal als Präsident vereidigt.
Skandal und Amtsenthebungsverfahren
â
Hauptartikel
:
Lewinsky-Affäre
,
Paula Jones # Troopergate
und
Amtsenthebungsverfahren gegen Bill Clinton
Die zweite Amtszeit wurde von der Affäre mit der Praktikantin Monica Lewinsky Ăźberschattet, die im Januar 1998 der Ăffentlichkeit bekannt wurde. In der Folge wurde ein Amtsenthebungsverfahren (impeachment) gegen Clinton eingeleitet, das jedoch scheiterte. Clinton dementierte die Affäre am 26. Januar in einer Presseansprache im WeiĂen Haus mit dem berĂźhmt gewordenen Satz âI did not have sexual relations with that woman, Miss Lewinskyâ.cite-ref-14[14] Auf Druck von Medien und Ăffentlichkeit klärte Clinton die Affäre nach anfänglichem Leugnen auf und bestätigte, dass er Oralsex mit Lewinsky gehabt hatte.
Der Präsident kritisierte später die Heuchelei in Gesellschaft und Politik. Hierbei bekam er internationale Unterstßtzung, etwa durch Auftritte Nelson Mandelas oder KÜnig Hussein I. im US-Fernsehen.
Clinton war der zweite Präsident der USA (nach Andrew Johnson 1868), gegen den ein Amtsenthebungsverfahren gefßhrt wurde. Richard Nixon war einem solchen durch seinen Rßcktritt im August 1974 zuvorgekommen (Watergate-Affäre). Das Verfahren wurde nicht wegen der Lewinsky-Affäre selbst angestrengt, sondern wegen Falschaussage unter Eid sowie Justizbehinderung im Zusammenhang mit der Lewinsky-Affäre.
Im Zusammenhang mit der Lewinsky-Affäre wurden auch weitere VorwĂźrfe gegen Bill Clinton bekannt. Paula Jones verklagte ihn 1994 wegen sexueller Belästigung. Das Verfahren wurde 1998 nach einer Zahlung von 850.000 US-Dollar und ohne Schuldeingeständnis eingestellt. Durch diesen Prozess wurde jedoch Clintons Verhältnis mit Lewinsky bekannt. Juanita Broaddrick beschuldigte Clinton, damals Generalstaatsanwalt von Arkansas, sie vergewaltigt zu haben. Auch Gennifer Flowers (Clinton gibt zu, mit ihr eine Affäre gehabt zu haben) und Kathleen Willey (sie wirft Clinton vor, sie im WeiĂen Haus bedrängt und begrabscht zu haben) warfen ihm sexuelle Ăbergriffe vor.cite-ref-15[15]
Innenpolitik
Ab 1998 erzielte der Bundeshaushalt BudgetĂźberschĂźsse. Angesichts der positiven Wirtschaftsentwicklung und gestiegener Steuereinnahmen verkĂźndete Clinton mit dem Taxpayer Relief Act of 1997 Steuersenkungen und grĂźndete mit dem State Childrenâs Health Insurance Program eine staatliche Gesundheitsversicherung fĂźr die Kinder von Geringverdienern (working poor). Es folgten im selben Jahr der Adoption and Safe Families Act und 1999 der Foster Care Independence Act.
Clinton hob 1999 das Glass-Steagall-Gesetz mit dem Gramm-Leach-Bliley Act schlieĂlich komplett auf.cite-ref-16[16] So sollte die Wettbewerbsfähigkeit der US-Geschäftsbanken gestärkt werden. Viele Kritiker sehen in der Abschaffung des Gesetzes die Ursache fĂźr die Fehlentwicklung in der Finanzbranche, die letztlich zur Finanzkrise im Herbst 2008 fĂźhrte.
Am 28. Oktober 1998 unterzeichnete Clinton den am 8. Oktober durch den US-Senat verabschiedeten Digital Millennium Copyright Act.
AuĂenpolitik
In der zweiten Amtszeit lag ein Schwerpunkt Clintons auf der internationalen Politik. So war er bemĂźht, das Verhältnis zu Vietnam zu normalisieren. Auch wurde das Kyoto-Protokoll unterschrieben, welches durch die spätere Bush-Regierung dann wieder abgelehnt wurde. Im Wesentlichen richtete die Clinton-Regierung ihre AuĂenpolitik an wirtschaftlichen Gegebenheiten aus: Jede Entscheidung musste diesen Abwägungen standhalten, bevor sie durch den Senat ratifiziert wurde. Aus diesem Grund kam es in der Ăra Clinton zu keinen wesentlichen Veränderungen in der US-AuĂenpolitik.
Im Nahostkonflikt versuchte Clinton weiterhin, zwischen Jassir Arafat und Ehud Barak zu vermitteln. Dabei erreichte er in den Camp-David-Gesprächen im Sommer 2000 fast eine Einigung; die Folgeverhandlungen in Taba scheiterten jedoch. Clinton zeigte sich sichtlich betroffen und enttäuscht. Er konnte nicht verhindern, dass im Nahen Osten im September 2000 wegen der Entfßhrung und Lynchung zweier israelischer Soldaten und des Besuchs des Tempelbergs durch Ariel Scharon, der dann 2001 israelischer Ministerpräsident wurde, die zweite Intifada begann.
Nach dem misslungenen Einsatz in Somalia 1993 (UNOSOM II) war die Devise der Clinton-Regierung âNo Deadâ: Amerikanische Tote sollten mĂśglichst vermieden werden. Kriege wurden deswegen vor allem mit Bombern gefĂźhrt; bei den folgenden UNO-Friedensmissionen verhielten die US-Truppen sich eher passiv.
Anfang 1999 wurde der National Missile Defense Act of 1999 (etwa: Nationales Raketenverteidigungsgesetz) beschlossen.cite-ref-17[17]
1999 war Clinton maĂgeblich verantwortlich fĂźr den NATO-Einsatz im Kosovokrieg gegen die damalige Bundesrepublik Jugoslawien (heute Serbien). Ursache des Einsatzes war das Scheitern der Verhandlungen von Rambouillet. Kritiker beklagten eine fehlende Legitimation durch den UN-Sicherheitsrat sowie den versehentlichen Beschuss ziviler Einrichtungen.
Die Regierung Clinton zeigte sich davon Ăźberzeugt, dass das irakische Regime unter Saddam Hussein aktiv daran arbeitete, in den Besitz von Massenvernichtungswaffen zu gelangen.cite-ref-18[18]cite-ref-19[19] Nachdem die UN-Waffeninspekteure im Herbst 1998 entgegen der UN-Resolution 1551 von 1991 (Pflicht des Irak, Inspekteure im Land zu akzeptieren und zu unterstĂźtzen) des Landes verwiesen wurden, lieĂ die Regierung Clinton im Dezember 1998 militärische Anlagen und vermutete Stellen zum Bau von Massenvernichtungswaffen bombardieren. Clinton äuĂerte die Auffassung, dass bezĂźglich des Iraks grundsätzliche Entscheidungen zu treffen seien, ĂźberlieĂ dies aber ausdrĂźcklich seinem Nachfolger im Amt, weil er kurz vor dem Ende seiner Amtszeit keine so weitreichenden Entscheidungen mehr treffen wollte.
Die AuĂenpolitik Clintons wurde von Kritikern als schwach und zĂśgerlich bezeichnet. Im Jugoslawien-Konflikt habe Clinton die fĂźhrende Rolle zu lange den zu einer Einigung unfähigen Europäern Ăźberlassen, sodass Nationalisten vor Ort vollendete Tatsachen schaffen konnten. Im Palästina-Konflikt habe der Präsident zu sehr an den Friedenswillen der Palästinenser geglaubt; gegen den VĂślkermord in Ruanda habe Clinton nichts unternommen, in Somalia habe er wegen der Medienberichterstattung das Feld geräumt und die Irak-Problematik seinem Nachfolger Ăźberlassen. Die Lewinsky-Affäre habe in Teilen der islamischen Welt ein negatives Bild hinterlassen.
Am 10. Dezember 2000 sprach sich Clinton in Anwesenheit von Premierminister Tony Blair und Hillary Clinton in Nordirland dafĂźr aus, das Menschenrecht auf Referendumsentscheidung zu nutzen und wählte dafĂźr das nach dem Zweiten Weltkrieg populäre britische Motto, mehr und mehr Probleme âthrough ballots and not by bulletsâ (durch Abstimmungen und nicht durch Kugeln) zu lĂśsen, âto put arms for ever beyond useâ (um die Waffen fĂźr immer zum Schweigen zu bringen). Blair (von 1997 bis 2007 Premierminister des Vereinigten KĂśnigreiches) sprach sich später auch fĂźr das Referendum z. B. zur EU-Verfassung aus.
Internationaler Terrorismus
In die Amtszeit Clintons fielen verstärkte Aktivitäten des Terrornetzwerkes al-Qaida. Am 26. Februar 1993 fand der erste Terroranschlag auf das World Trade Center mit Autobomben statt. Im August 1998 wurden Terroranschläge auf die Botschaften der Vereinigten Staaten in Daressalam und Nairobi verĂźbt; dabei kamen 224 Menschen zu Tode und Ăźber 5000 wurden zum Teil schwer verletzt. Als VergeltungsmaĂnahme lieĂ der Präsident Luftangriffe auf Ausbildungslager von Al-Qaida in Afghanistan und auf eine Arzneimittelfabrik in Khartum (Sudan) anordnen (Operation Infinite Reach).
Hinter den Anschlägen wurde schon damals Osama bin Laden vermutet. Clinton gab den Befehl, bin Laden unter allen Umständen auszuschalten. Der islamistische Terrorismus um bin Laden geriet schon damals in den Fokus der amerikanischen AuĂenpolitik und nicht erst nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 unter George W. Bush. So kam es 2000 auch zu einem Angriff auf das US-Militärschiff Cole durch Terroristen in der jemenitischen Hafenstadt Aden. Die Regierung Clinton verstärkte die Suche nach bin Laden, dessen Terror-Organisation nach Clintons Amtszeit fĂźr die Terroranschläge am 11. September 2001 verantwortlich gemacht wurde. Zudem fehlten Clinton noch rechtliche MĂśglichkeiten zu einer umfassenderen Terrorbekämpfung, die erst seinem Nachfolger nach den Anschlägen gegeben wurden.
Leben nach der Präsidentschaft
Clinton beendete seine Präsidentschaft am 20. Januar 2001. Ab dem 4. Januar 2001 bis zum Tag ihrer AmtseinfĂźhrung zur US-AuĂenministerin unter Barack Obama am 21. Januar 2009 gehĂśrte seine Ehefrau Hillary dem US-Senat fĂźr den Bundesstaat New York an. Dort haben die beiden in Chappaqua, im Westchester County ein Haus, in Harlem befindet sich das BĂźro der Clinton-Stiftung.
Mit seiner Stiftung engagiert sich Clinton vor allem bei der Bekämpfung von AIDS. 2004 setzte Clinton in Verhandlungen mit Arzneimittelherstellern eine drastische Senkung der Preise fĂźr AIDS-Medikamente in 122 Ländern durch. Clinton nahm mehrfach an Welt-Aids-Konferenzen teil. Am 15. August 2006 rief er während der XVI. Welt-Aids-Konferenz in Toronto zu mehr Einsatz im Kampf gegen AIDS auf. Die Clinton Foundation fĂśrdert auĂerdem mehrere soziale Einrichtungen, auch in Europa, wie z. B. die Stiftung MyHandicap, die sich fĂźr Behinderte engagiert. In seiner philanthropischen Haltung beruft er sich unter anderem auf den Philosophen Ken Wilber.cite-ref-20[20]
Umweltpolitik und Gesundheitspolitik seines Amtsnachfolgers George W. Bush kritisierte Clinton, deutete jedoch politische Unterschiede meist nur dezent an. Den Einsatz in Afghanistan noch klar unterstĂźtzend, verhielt er sich aber gegenĂźber einem Irak-Einsatz zunächst zurĂźckhaltend. Am 12. Juli 2004 sagte Clinton bei Johannes B. Kerner während der Vorstellung seiner Memoiren in Deutschland â auf mehrfaches Nachfragen â, dass er den Einmarsch zwar fĂźr falsch halte, im Nachhinein die Amerikaner den Irak aber nicht wieder verlassen kĂśnnten, bevor die Situation nicht bereinigt sei. Versuche Bushs, einen angeblichen Zusammenhang zwischen Bin Laden und Saddam Hussein darzustellen, kritisierte Clinton ebenfalls.
Seine Autobiografie Mein Leben (original My Life) erschien in Deutschland am 8. Juli 2004 und liefert eine persĂśnliche, aber auch eine politische RĂźckblende. Sie zu schreiben bezeichnete Clinton als hart, aber befreiend. Das Buch wurde weltweit ein groĂer Erfolg, Clinton erhielt ein Honorar in zweistelliger MillionenhĂśhe. FĂźr seine Auftritte als Redner nahm er im Jahr 2005 circa 7,5 Millionen Dollar (sechs Millionen Euro) ein. Pro Redeauftritt verdient Clinton circa 100.000 bis 350.000 Dollar.
Im Präsidentschaftswahlkampf 2004 unterstßtzte Clinton John Kerry, mit dem er auch privat befreundet ist.
Im September 2004 wurde bekannt, dass Clinton sich einer Bypass-Operation am Herzen unterziehen musste, welche er aber ohne Komplikationen Ăźberstand. Der Eingriff fand unmittelbar zum republikanischen Parteitag statt; Clinton scherzte dazu telefonisch in der Talkshow Larry King, dass die Republikaner nicht die Einzigen seien, die vier weitere Jahre wollten.
Im November 2004 wurde in Little Rock das William J. Clinton Presidential Center & Park erĂśffnet. Die Kosten des von James Polshek geplanten Gebäudes betrugen 165 Mio. Dollar, die durch Spenden finanziert wurden. Zur ErĂśffnung zitierte US-Präsident George W. Bush Mitarbeiter Clintons: âWäre Clinton die âTitanicâ, der Eisberg wäre gesunkenâ.
Am 1. Februar 2005 ernannte der damalige UN-Generalsekretär Kofi Annan Clinton zum Sonderbeauftragten der Vereinten Nationen fĂźr die Koordination der Hilfs- und WiederaufbaumaĂnahmen nach dem Seebeben im Indischen Ozean 2004. FĂźr sein Engagement wurde er am 1. Dezember 2005 mit dem Bambi in der Kategorie Charity (Wohltätigkeit) ausgezeichnet.
Clinton unterstßtzte seine Frau Hillary aktiv im Vorwahlkampf, als diese sich um die Nominierung als demokratische Kandidatin fßr die Präsidentschaft 2008 bewarb. Nach den Vorwahlen unterstßtzte er die Kandidatur Obamas fßr das Präsidentenamt. Am 20. Januar 2009 nahm er an der Amtseinfßhrung Barack Obamas teil.
Innerhalb eines unangekĂźndigten Blitzbesuches in der nordkoreanischen Hauptstadt PjĂśngjang am 4. August 2009 erreichte er durch ein Gespräch mit Kim Jong-il die Freilassung der Ăźber vier Monate inhaftierten US-amerikanischen Journalistinnen Laura Ling und Euna Lee. Das WeiĂe Haus dementierte, an den Planungen der Mission beteiligt gewesen zu sein.
Am 12. Februar 2010 wurde Bill Clinton in ein presbyterianisches New Yorker Krankenhaus eingeliefert. Er klagte Ăźber Schmerzen in der Brust, die als herzbedingt diagnostiziert werden konnten. Es seien ihm zwei Stents in eine Herzkranzarterie eingesetzt worden. Laut Medienberichten verlief der Eingriff gut und Clinton befand sich im Anschluss in gutem Zustand.
Nach dem Erdbeben in Haiti 2010 entschuldigte Clinton sich fĂźr die Rolle, die seine Regierung bei der ZerstĂśrung eines GroĂteils der Landwirtschaft in Haiti gespielt hatte. Die Existenz tausender Reisbauern auf Haiti war durch subventionierten Reis aus den USA vernichtet worden und hatte das Land von Lebensmittelimporten abhängig werden lassen. Clinton bedauerte, dass sein Tun âzum Verlust der Fähigkeit gefĂźhrt hat, eine Reisernte in Haiti zu ermĂśglichen und dieses Volk zu ernährenâ.cite-ref-21[21]
Bei der Präsidentschaftswahl 2012 unterstßtzte Clinton die Wiederwahl von Präsident Obama. Im Rahmen des demokratischen Nominierungs-Parteitages Anfang September 2012 in Charlotte, North Carolina hielt der ehemalige US-Präsident eine Rede, die national wie international fßr Aufsehen sorgte, indem er vor einer Präsidentschaft von Obamas Herausforderer Mitt Romney warnte.cite-ref-22[22]
Nach der Bekanntgabe ihrer Präsidentschaftskandidatur fßr 2016 unterstßtzte Clinton seine Frau Hillary bei ihrer Bewerbung um das hÜchste Staatsamt des Landes. Während er sich noch bei den Vorwahlen eher im Hintergrund hielt, absolvierte der ehemalige Präsident im eigentlichen Wahlkampf zahlreiche Auftritte fßr seine Frau. Am 20. Januar 2017 nahm er gemeinsam mit Hillary Clinton an der Amtseinfßhrung Donald Trumps teil.
Gemeinsam mit dem Schriftsteller James Patterson schrieb Clinton den 2018 verÜffentlichten Polit-Thriller The President Is Missing, in dessen Mittelpunkt der Kampf eines fiktiven amerikanischen Präsidenten gegen einen Cyber-Terrorismus-Anschlag steht.
Auszeichnungen (Auszug)
⢠1997: Ehrenbßrger von Bukarest
⢠1998: Ehrendoktorwßrde der Hebräischen Universität Jerusalem
⢠1999: Deutscher Medienpreis
⢠2000: Karlspreis der Stadt Aachen
⢠2004: Grammy zusammen mit Michail Gorbatschow fßr das HÜrspiel Peter und der Wolf
⢠2005: Grammy in der Kategorie Best Spoken Word Album fßr die Audioversion von My Life
⢠2005: Four Freedoms Award
⢠2006: Honorary Grand Commander des Order of Logohu (Papua-Neuguinea)
⢠2006: Aufnahme in die American Academy of Arts and Sciences
⢠2006: Orden des Marienland-Kreuzes I. Klasse
⢠2007: TED Prize
⢠2013: Presidentâs Medal of Distinction, hĂśchste Auszeichnung Israels
⢠2013: Presidential Medal of Freedom
⢠2019 Kosovo-Verdienstorden Orden der Freiheit
⢠2024: Tomåť-Garrigue-Masaryk-Orden erster Klassecite-ref-23[23]
Nach Bill Clinton ist die 2012 entdeckte Springbarsch-Art Etheostoma clinton benannt.cite-ref-24[24]
Schriften
⢠Mein Leben. 2004, ISBN 3-430-11857-3, erschienen bei Econ-Verlag, Berlin, 1472 S; als Autorenlesung: My Life, Random House Audio, ISBN 978-0-7393-1706-8.
⢠Giving: How each of us can change the world 2007 (engl. Originaltitel).
⢠Back to Work: Why We Need Smart Government for a Strong Economy.cite-ref-25[25] Knopf, 2011, ISBN 978-0-307-95975-1; als Autorenlesung: Back to Work: Why We Need Smart Government for a Strong Economy (Autorenlesung), Random House Audio, ISBN 978-0-307-99069-3.
⢠Die Tochter des Präsidenten 2021 (Roman, gemeinsam mit James Patterson).
⢠Citizen - My Life After the White House, Random House LLC US, 2024, ISBN 978-0-525-52144-0
⢠Citizen - Mein Leben nach dem WeiĂen Haus, dtv, 2024, ISBN 978-3-423-28451-6
Literatur
⢠Michael Tomasky: Bill Clinton: The American Presidents Series: The 42nd President, 1993â2001, Times, New York 2017, ISBN 978-1-62779-676-7. The Performative Presidency
⢠Ken Gormley: William Jefferson Clinton. In Ken Gormley (Hrsg.): The Presidents and the Constitution: A Living History. New York State University Press, New York 2016, ISBN 978-1-4798-3990-2, S. 570â588.
⢠Jason L. Mast: Crisis and Resurrection during the Clinton Years. Cambridge University Press, Cambridge 2012, ISBN 978-1-107-02618-6.
⢠Nigel Hamilton: Bill Clinton: An American Journey, Arrow 2004, ISBN 978-0-09-946142-5.
⢠Joe Klein: Das Naturtalent â Die verkannte Präsidentschaft Bill Clintons. Siedler, Berlin 2003, ISBN 3-88680-786-X.
⢠Ludovic Roy: Die Finanz- und Wirtschaftspolitik des US-Präsidenten William Jefferson Clinton 1993â2001. Marburg 2003, ISBN 3-8288-8551-9.
⢠Sydney Blumenthal: The Clinton Wars. Farrar, Straus and Giroux, New York 2003, ISBN 0-374-12502-3.
⢠William C. Berman: From the Center to the Edge: The Politics and Policies of the Clinton Presidency. Rowman & Littlefield, Lanham 2001, ISBN 978-0-8476-9614-7.
Weblinks
Commons
: Bill Clinton
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikiquote: Bill Clinton
â Zitate
Wikisource: Bill Clinton
â Quellen und Volltexte (englisch)
⢠Literatur von und ßber Bill Clinton im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
⢠Bill Clinton in der Deutschen Synchronkartei
⢠Life Portrait of Bill Clinton auf C-SPAN, 20. Dezember 1999, 181 Min. (englischsprachige Dokumentation und Diskussion mit dem Autor David Maraniss sowie Fßhrung durch die President William Jefferson Clinton Birthplace Home National Historic Site)
Lebensläufe
⢠Ernest Dumas: Bill Clinton (1946â). In: The Arkansas Encyclopedia, zuletzt aktualisiert am 11. Juli 2017 (englisch)
⢠Governor William Jefferson Clinton. In: National Governors Association (englisch)
Ressourcen
⢠Russell L. Riley: American President: Bill Clinton (1946â ). Materialsammlung. In: Miller Center of Public Affairs der University of Virginia (englisch)
⢠Website der Clinton Foundation (englisch)
⢠Website der Präsidentenbibliothek Clintons (englisch)
⢠The American Presidency Project: William J. Clinton. Datenbank der University of California, Santa Barbara mit Reden und anderen Dokumenten aller amerikanischen Präsidenten (englisch)
⢠Dokumentensammlung William J. Clinton Administration (1993â2000) im Office of the Historian, United States Department of State
⢠Public Papers of the Presidents of the United States: Clinton, William J. in National Archives and Records Administration
Einzelnachweise
cite-note-11. â John D. Gartner: In Search of Bill Clinton: A Psychological Biography. St. Martinâs Griffin, New York 2008, ISBN 978-0-312-36976-7, S. 116f.
cite-note-my-life-22. â Bill Clinton: My Life. Random House, 2004, ISBN 0-375-41457-6.
cite-note-33. â David H. Bennet: Bill Clinton: Building a Bridge to the New Millennium. Routledge, 2014 New York, ISBN 978-0-415-89466-1, S. 15.
cite-note-55. â Flughafen Mena. In: Encyclopedia of Arkansas. Abgerufen am 28. Juli 2024 (amerikanisches Englisch).
cite-note-66. â Mysterious Mena. In: Wall Street Journal. Abgerufen am 28. Juli 2024 (englisch).
cite-note-77. â What Was Clinton's Role In 'Mena Mystery!?' â Oakland Post | HighBeam Research. 11. Juni 2014, abgerufen am 28. Juli 2024.
cite-note-88. â Arkansas Connections: A Time-line of the Clinton Years by Sam Smith. In: Progressive Magazine. University of Buffalo, 1988, abgerufen am 28. Juli 2024 (englisch).
cite-note-1010. â Nate Silver: A Brief History of Primary Polling, Part II. In: FiveThirtyEight, 4. April 2011.
cite-note-1111. â Andrea BĂśhm: In den USA kann jeder kĂźnftig nur noch fĂźnf Jahre lang Sozialhilfe beziehen â und zwar in seinem ganzen Leben. Das sieht ein Gesetzentwurf vor, den der Senat gestern verabschiedete. Präsident Clinton spricht von einer âhistorischen Chanceâ., taz.de, 2. August 1996.
cite-note-thenatio-90-1212. â Natalia Mehlman Petrzela: Trumpism Was Born in the â90s | The Nation. In: thenation.com. 12. Dezember 2022, abgerufen am 9. Juli 2025 (englisch).
cite-note-1414. â Michael S. Rosenwald: Bill Clinton, Monica Lewinsky and the Starr Reportâs aspirations as literary bodice ripper. In: The Washington Post, 26. Januar 2018 (englisch). Siehe auch Lily Rothman: The Story Behind Bill Clintonâs Infamous Denial. In: Time, 26. Januar 2015 (englisch). Helge Hesse nahm den Satz in seine Sammlung auf: Hier stehe ich, ich kann nicht anders: In 80 Sätzen durch die Weltgeschichte. Eichborn, KĂśln 2006, S. 290 (E-Book-Ausgabe).
cite-note-1515. â Kolb, Matthias: Bill Clintons vergiftetes Erbe. In: www.sueddeutsche.de. 30. Januar 2018, abgerufen am 28. Dezember 2018.
cite-note-1616. â Glass-Steagall Act (P.L. 73-66, 48 STAT. 162). (Memento vom 1. Dezember 2016 im Internet Archive) (PDF-Datei)
cite-note-1717. â National Missile Defense Act of 1999., web.archive.org (thomas.loc.gov; Archiv-Version vom 4. Juli 2016), abgerufen am 16. Juli 2020.
cite-note-1818. â Text of President Clinton's 1998 State of the Union Address. In: Washington Post. 27. Januar 1998, abgerufen am 10. Januar 2018.
cite-note-1919. â Text Of Clinton Statement On Iraq. In: CNN. 17. Februar 1998, abgerufen am 10. Januar 2018.
cite-note-2020. â Planetary Problem Solver, Teil 3. Newsweek, 21. Dezember 2009.
cite-note-2121. â Mark Weisbrot: Haiti: Mehr Hilfe nĂśtig. In: amerika21. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂźgbar) am 24. Mai 2015; abgerufen am 8. April 2010.
cite-note-2222. â Bill Clintons fulminante Verbeugung vor Obama. In: SĂźddeutsche Zeitung
cite-note-2323. â Verdienst um Tschechiens Nato-Beitritt vor 25 Jahren: Bill Clinton erhält Staatsorden in Prag. 12. März 2024, abgerufen am 28. Oktober 2024.
cite-note-2424. â New Fish Species Discovered: Roosevelt, Carter, Clinton, Gore and Obama. Sci-news.com vom 19. November 2012. Abgerufen am 7. Juni 2013.
cite-note-2525. â Bill Clinton Ăźber Obamas Versäumnisse. In: Tages-Anzeiger vom 7. November 2011.